Können Steine wachsen? Was ist Wind? Und warum ist hier alles nass, obwohl es nicht regnet? Diese und weitere spannende Fragen stellten sich Kinder in zahlreichen Bildungseinrichtungen Bayerns. Im Rahmen der Auszeichnung Es funktioniert?! waren sie der Startschuss für eine mehrmonatige Projektarbeit, in der die Kinder gemeinsam mit ihrer Lernbegleitung staunen, entdecken und forschen konnten. Jetzt wurden 11 der sogenannten MINT-Erlebnisreisen ausgezeichnet – und die Einrichtungen damit für ihr hervorragendes Engagement gewürdigt.
Seit über 20 Jahren werden bei Es funktioniert?! beispielhafte MINT-Projekte prämiert. Die Pädagoginnen und Pädagogen nehmen dabei eine besondere Rolle ein: Sie werden zu einer Lernbegleitung, die den Kindern keine Vorgaben macht oder Ergebnisse liefert, sondern sie in ihrem eigenen Entdecken begleitet.
Eigenständiges Denken fördern
Finanzielle Unterstützung erhält die Bildungsinitiative von den bayerischen Metall- und ElektroArbeitgeberverbänden bayme vbm. Deren Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt begründet das Engagement: „Im Rahmen der Projektarbeit lernen die Kinder in jungem Alter, wie selbständiges, lösungsorientiertes Denken und die Zusammenarbeit im Team zu einem guten Ergebnis führen. Sie setzen sich spielerisch mit Naturwissenschaften auseinander und entwickeln dabei ein tiefes Verständnis. All das sind Schlüsselkompetenzen, um in der hochtechnisierten Arbeitswelt von morgen zu bestehen.“
Auch Kultusministerin Anna Stolz weiß um die Bedeutung der Initiative für unsere Grundschulkinder in Bayern: „Sie fördert bereits früh das Interesse unserer Jüngsten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. In einer forschend-entdeckenden Lernatmosphäre finden Kinder selbst die Antworten auf für sie wichtige Fragen, erkennen Ursachen und Zusammenhänge. Das Ziel: Das bisher Unbekannte erklären können und zu einem Bestandteil der vertrauten Welt machen. Das finde ich großartig! Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Lehrkräften, Eltern und beim Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft für diesen gelungenen Beitrag zur MINT-Förderung.“
Entdeckergeist für jedes Kind
Ob eine Projektarbeit ausgezeichnet wird, prüft eine Fachjury aus verschiedenen pädagogischen Bereichen. Dabei steht im Fokus, dass nicht die Erwachsenen, sondern die Kinder den Weg zum Ziel vorgeben. Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf betont: „Gemeinsam entdecken, forschen und experimentieren: Unsere bayerischen Kindertageseinrichtungen bringen den Kleinsten schon ganz früh den MINT-Bereich näher. Die Erzieherinnen und Erzieher schaffen für die Kinder den nötigen Raum, Neues zu entdecken, eigene Erfahrungen zu sammeln und sich auf naturwissenschaftliche Erlebnisse einzulassen. Die Kinder können so auf spielerische Weise ihre Interessen und Stärken kennenlernen und dabei einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Umwelt entwickeln. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich zur Auszeichnung – danke für ihr großartiges Engagement!“
Würdigung besonderer Einsatzbereitschaft
Die Projektleiterin von Es funktioniert!?, Ingrid Nolting, bestätigt: „Diese Auszeichnung steht für die Wertschätzung von außerordentlicher Bildungsarbeit im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich. Es ist die Verantwortung von uns Erwachsenen, die individuellen Fähigkeiten der Kinder zu sehen und zu fördern, damit sie in einer globalisierten und digitalen Welt verantwortungsvoll handeln können.“
In diesem Jahr führten folgende MINT-Erlebnisreisen zu einer Auszeichnung:
- Die Kinder der Grundschule am Napoleonstein, Regensburg, stellten sich die Frage: „Mein Taschenwärmer wärmt mich - doch wie?“
- Im Kinderhort Krambambuli, Tutzing, lautete das Thema „Grüne Energie aus blauem Wasser“
- Die KiTa Wolkenflitzer, Wasserburg, beschäftigte folgende Beobachtung: „Was klingt, das schwingt.“ – und führte sie auf eine Reise in die Welt der Akustik.
- In der Grundschule Kist gingen die Kinder der Frage nach: „Wie kommt das Wasser in die Pflanze?“
- Der Fröbel Kindergarten Schlesierstraße, München, hatte das spannende Thema „Der Kreislauf des Lebens - Vom Samen bis zur Ernte“
- Im Schülerhort Randersacker suchten die Kleinen nach Antworten zu „Können Steine wachsen?“
- Die Kita Hafenlohr fragte sich: „Warum ist hier alles nass, obwohl es nicht regnet?“
- Die Kinderkrippe Sonnenfeld, Freilassing, forschten zu „Was ist Wind?“
- Im Kinderhort St. Marien Lichtenfels wurden die Kinder zu den „Frostige(n) Forscher-Kids“
- Das Kinderhaus St. Johannes, Herzogenaurach, ergründeten das Phänomen „Touchscreen und unsichtbares Licht“
- Und schließlich hieß es im Kindergarten Big Little Moments, Krailling: „Wasser marsch! Mit dem Schlauch auf Entdeckertour.“
Fotografin: Cäcilia Fröhling