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Schulbegleiter*innen helfen bei der Integration in die Schule

Ziel ist, Einschränkungen im sozialen, emotionalen und kommunikativen Bereich auszugleichen – so wie beim 10-jährigen Kimi aus Bayreuth.

Kimis Sehfähigkeit liegt seit seiner Geburt bei rund zehn Prozent. Er erkennt keine Farben und ist stark lichtempfindlich. Zur Unterstützung trägt der Schüler eine spezielle Brille und benutzt beim Lesen eine Kamera mit Vergrößerungsbildschirm. In den Unterricht der 5.Klasse des Gymnasiums Christian-Ernestinum in Bayreuth kann er trotzdem gehen – mit Hilfe von Schulbegleiterin Maria Schuster. Sie nimmt mit ihm gemeinsam 25 Stunden in der Woche daran teil: „Kimi nimmt die Lerninhalte kognitiv genauso auf wie seine Mitschülerinnen und Mitschüler. Die Schwierigkeit besteht vor allem beim Lesen der Tafelanschriften, Bücher oder Arbeitsblätter. Denn die Schrift ist häufig zu klein. Mit seinem Hilfsmittel und dem vermehrten Einsatz von Tablets im Unterricht, kann er die Texte um ein Vielfaches vergrößern – das hilft. Die technischen Einstellungen vorzunehmen, kostet jedoch Zeit, die ihm dann bei der nächsten Aufgabe fehlt. Diesen Nachteil gegenüber den anderen gleiche ich aus, indem ich beispielsweise die Kamera für ihn schärfe oder Arbeitsblätter vergrößert kopiere“, schildert Maria Schuster. Damit ist auch den Lehrer*innen geholfen. Denn häufig haben diese gar keine Zeit, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen. Ebenso profitieren die Klassenkamerad*innen von der Begleitung: Die Vermittlung des Lernstoffs muss nicht verlangsamt werden.

Kleine Hilfestellungen machen den Unterschied

Die Aufgabe von Maria Schuster ist nicht, Kimi Arbeit abzunehmen. Seine Mutter Petra Brückner sagt: „Für mich ist Frau Schuster auch eine Kontrollinstanz. Sie achtet zum Beispiel darauf, dass er aus Zeitnot nicht vergisst, seine Hausaufgaben vollständig zu notieren. Ich bin ihr sehr dankbar.“ Ihr Sohn sei auch strukturierter geworden: Auf dem Schreibtisch und in den Ablageordnern herrscht keine Unordnung mehr. Zudem kümmerte sich Maria Schuster darum, dass weniger Zimmerwechsel in der Schule stattfinden. Denn der 10-Jährige orientiert sich leichter in gewohnten Räumen mit gleichen Lichtverhältnissen. „Es sind am Ende ‚nur‘ Kleinigkeiten, die Kimi den Besuch am Regelunterricht ermöglichen. Ich glaube generell sind viele Lehrkräfte und  Schulleitungen bei der Inklusion in der Schule skeptisch. Sie verbinden Barrierefreiheit mit viel Arbeit und großen Hürden. Wir sind froh, dass es bei Kimis jetziger Schule nicht so ist“, ergänzt Kimis Mutter.

Inklusion im deutschen Bildungssystem

„Wir sehen an diesem sowie an vielen weiteren Beispielen: Auch Kinder mit Behinderungen können am Regelunterricht teilnehmen. Wenn wir als Gesellschaft zusammenhalten, strukturelle Probleme im Schulsystem überwinden und noch mehr Schulbegleitungen einsetzen, können wir gemeinsam ein gutes inklusives Bildungssystem schaffen. Wir möchten weiter behilflich sein, Chancengleichheit zu leben – wie es auch der Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht“, so gfi-Geschäftsführer Josef Weingärtner.

Wo kann finanzielle Förderung beantragt werden?

Aktuell sind bayernweit rund 160 Schulbegleitungen der gfi in 65 Städten tätig. Die Mitarbeiter*innen der gfi beraten betroffene Familien, die richtigen Ansprechpartner*innen für den Förderantrag zu finden. Die Kosten übernehmen Sozialhilfeträger und Jugendämter – unter bestimmten Bedingungen auch die Krankenkassen. In der Regel wird die Betreuung für ein Schuljahr bewilligt und verlängert, wenn der Unterstützungsbedarf weiter besteht.

 

Vor dem Gymnasium Christian-Ernestinum in Bayreuth (v.l.n.r.): Vater Marc Brückner, Schüler Kimi Brückner, gfi-Schulbegleiterin Maria Schuster und Mutter Petra Brückner. Foto: Stefanie Semmelmann, gfi

Die Unternehmensgruppe des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) e. V. wurde 1969 von den Bayerischen Arbeitgeberverbänden gegründet und ist gemäß seiner Satzung im gesellschaftspolitischen Auftrag tätig. Die gemeinnützige Organisation ist heute eines der größten Bildungsunternehmen in Deutschland. Unter dem Dach des bbw e. V. sind 16 Bildungs-, Integrations- und Beratungsorganisationen mit rund 10.000 Mitarbeiter*innen tätig – vor allem in Bayern, aber auch bundesweit sowie international in 25 Ländern auf vier Kontinenten. Das bbw bietet sowohl frühkindliche Betreuung, Aus- und Weiterbildung für öffentliche Auftraggeber und Unternehmen als auch ein Studium an der Hochschule der Bayerischen Wirtschaft. Zum Portfolio gehören zudem weitere Dienstleistungen wie Zeitarbeit und eine Transfergesellschaft.

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