Alles beginnt mit dem ersten Schritt Chancen entschlossen wahrnehmen

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Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung

Bei der win – wir integrieren gGmbH arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand. Mitarbeiter Daniel Roth erzählt seine Geschichte.

Der 34-Jährige ist zu 80 % schwerbehindert. Durch eine genetisch bedingte Herzerkrankung erlitt er bereits mit 27 Jahren einen von zwei Herzinfarkten. Dazu kamen ein Tumor und eine Bandscheiben-Operation. Manchmal erreicht der Sonderreiniger nach einigen Arbeitsstunden seine körperlichen Grenzen: „Meine Tätigkeiten in der Baureinigung, Bodenbeschichtung und Flächendesinfektion machen mir Spaß. Doch es gibt auch Tage, an denen es mir nicht gut geht. Ich darf dann früher in den Feierabend – an guten Tagen arbeite ich dafür einfach länger. Mein Arbeitgeber ist sehr flexibel und unterstützt mich. So war es auch super, dass ich mich beruflich noch weiterbilden konnte, um meine Stärken weiter zu entwickeln. Jetzt habe ich einen staatlich geprüften ‚Hygieneschein‘ und bin auch in Krankenhäusern einsetzbar. Während der aktuellen Lage kann ich so tatkräftig mit anpacken.“ Roth ist seit einem Jahr in der win tätig. Zuvor hatte er aufgrund seiner Beeinträchtigung und seiner persönlichen Vorgeschichte nur  Absagen von Unternehmen erhalten. Für seinen Chef, Oliver Sitko, war die Behinderung kein Argument. Er gab Roth die Chance, zunächst mit vier Stunden täglich bei der win zu starten – und später auf sechs Stunden aufzustocken.

„Der Mensch mit seinem ganz persönlichen Talent zählt!“

win-Geschäftsführer Oliver Sitko ist „Fan“ seiner besonderen Mitarbeiterschaft – auch wenn er in Zeiten von Corona dadurch mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert ist: „Gewohnte und lang eingeübte Abläufe änderten sich plötzlich. Das bedeutete: mehr erklären, einarbeiten und leisten – für viele der Mitarbeiter*innen war das in Hinblick auf ihre individuellen Fähigkeiten nicht immer einfach Manche stellten sich dem mit unbekümmerter Gelassenheit, andere benötigten intensive Unterstützung. Das kostet einfach Zeit“, so Sitko. Doch die Vorteile und Einzigartigkeit der inklusiven Unternehmensstruktur überwiegen. „Die Zusammenarbeit gelingt dort besonders gut, wo Motivation, Verständnis und Identifikation zusammentreffen: Motivation das Beste für unsere Kunden zu tun. Verständnis für Kolleginnen und Kollegen, die eben andere Stärken haben und manchmal Unterstützung brauchen. Sowie Identifikation mit der Philosophie des Unternehmens – nämlich dass es völlig egal ist, woher ein Kollege kommt oder was eine Kollegin kann. Der Mensch mit seinem ganz persönlichen Talent zählt! Wir wünschen uns, dass diese Idee der Inklusion auch im Alltag gelebt wird“, erklärt Sitko.

„Meine Lebensqualität hat sich zu 100 % verbessert. Ich habe durch die Anstellung eine zweite Chance bekommen“

Früher war das alltägliche Leben von Daniel Roth geprägt von Schmerzen, Vorurteilen, unangebrachtem Mitleid und vielen anderen Hürden. „Ich konsumierte dann immer mehr Drogen. Bis der Absturz kam und ich ins Gefängnis musste. Irgendwann entschied ich mich, das Dilemma zu beenden, meinen früheren Freundeskreis zu verlassen und mit dem Konsum aufzuhören – ganz ohne Therapie. Der Prozess dauerte sechs Jahre.“ Seitdem habe sich Roths Lebensqualität zu 100 % verbessert – auch durch den Job, berichtet er weiter. „Ich habe durch die Anstellung bei der win eine zweite Chance bekommen. Ich kann meine Stärken einbringen und meine Schwächen werden akzeptiert – durch den besonderen Teamspirit sogar kompensiert.“ Zu seinen Arbeitskolleg*innen habe Roth ein gutes Verhältnis. Ganz normal – nur eben, dass es Menschen mit und ohne Behinderungen seien.

„Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Mutmacher. Denn sie zeigen, dass eine Behinderung keineswegs eine Sackgasse des Lebens bedeutet.“

Roths Vorgesetzter, Oliver Sitko, freut sich über die Offenheit seiner Beschäftigten. Beispiele des Scheiterns und des späteren Erfolgs tragen dazu bei, Verständnis zu entwickeln: Nicht jeder muss alles können. Aber viele sind in der Lage, über sich hinauszuwachsen. Er sieht in ihnen Vorbilder für andere: „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Mutmacher für die Menschen. Denn sie zeigen, dass eine Behinderung keineswegs eine Sackgasse des Lebens bedeutet.“ Deshalb verfolgt der Geschäftsführer weiterhin seine Vision: mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen und zu zeigen, dass Wirtschaftlichkeit und soziales Handeln auch in Kombination gelingen können.

 

Daniel Roth desinfiziert ein Büro flächendeckend. Foto: win

 

Daniel Roth bespricht mit seinem Vorgesetzten Oliver Sitko den Dienstplan. Foto: win

Die Unternehmensgruppe des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) e. V. wurde 1969 von den Bayerischen Arbeitgeberverbänden gegründet und ist gemäß seiner Satzung im gesellschaftspolitischen Auftrag tätig. Die gemeinnützige Organisation ist heute eines der größten Bildungsunternehmen in Deutschland. Unter dem Dach des bbw e. V. sind 16 Bildungs-, Integrations- und Beratungsorganisationen mit rund 10.000 Mitarbeiter*innen tätig – vor allem in Bayern, aber auch bundesweit sowie international in 25 Ländern auf vier Kontinenten. Das bbw bietet sowohl frühkindliche Betreuung, Aus- und Weiterbildung für öffentliche Auftraggeber und Unternehmen als auch ein Studium an der Hochschule der Bayerischen Wirtschaft. Zum Portfolio gehören zudem weitere Dienstleistungen wie Zeitarbeit und eine Transfergesellschaft.

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