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Die Zukunftsmacher

Die Berufseinstiegsbegleiter des bfz unterstützen Jugendliche, die noch keinen konkreten Plan für ihre Zukunft haben.

Die Berufseinstiegsbegleiterin Kathrin Schneider kümmert sich um Jugendliche, die noch nicht so recht wissen, wie ihre Zukunft aussehen soll. Zum Beispiel Sarah (Name geändert): „Aus Sarah wird nichts“ – diesen Satz hat Kathrin Schneider oft im Lehrerkollegium einer Münchner Mittelschule gehört. Lehrer, die beurteilen und ein Verhalten auch mal verurteilen – nicht mit Sarah. Bereits in der achten Klasse fiel sie als 13-Jährige auf. „Sarah hatte ein klassisches Autoritätsproblem“, sagt Schneider. „Immer wieder legte sie sich lautstark mit Lehrkräften an.“ In dieser schwierigen Phase traf Sarah auf die Berufseinstiegsbegleiterin des Beruflichen Fortbildungszentrums der Bayerischen Wirtschaft (bfz).

Deren Mission lautet: Schülerinnen wie Sarah zu helfen, die Schule erfolgreich zu absolvieren, sich zu orientieren und einen passenden Beruf zu finden. Danach unterstützt sie die Jugendlichen dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden und die Ausbildung mit Erfolg abzuschließen.

Berufseinstiegsbegleiterin Kathrin Schneider, bfz München.

Während Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr an Sarah glaubten, ging die Berufseinstiegsbegleiterin unvoreingenommen auf das Mädchen zu. Mit einer Potenzialanalyse stellte sie fest, dass bei Sarah zwei Stärken besonders ausgeprägt waren: Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit. Während sie sich im Unterricht mit den Lehrkräften anlegte, versuchte sie bei Gruppenarbeiten Streite zu schlichten und räumte freiwillig auf, während die anderen längst weg waren. Außerdem unterstützte sie Schüler, die Hilfe benötigten – eine Seite von Sarah, die während des normalen Unterrichts verborgen blieb.

Um Sarahs berufliche Möglichkeiten festzustellen, verwendete Schneider auch das onlinebasierte Programm KoJACK zur Abfrage sozialer und methodischer Kompetenzen. Die Auswertung ergab unter anderem, dass Sarahs soziale Fähigkeiten sehr hoch sind. Doch auch eine negative Eigenschaft wurde festgestellt: mangelnde Kritikfähigkeit, die Sarah in der neunten Klasse fast zum Verhängnis wurde. Obwohl sie bei der Berufsbegleiterin große Einsicht zeigte, legte sie sich immer stärker mit dem Lehrpersonal an und schwänzte die Schule. Auch ihre Noten wurden immer schlechter.

Die Berufseinstiegsbegleiterin fand heraus, was ihr Schützling mit seinem Leben anfangen wollte. Das Ergebnis war überraschend: Anderen zu helfen war Sarahs Wunsch. Der rebellische Teenager mit dem Autoritätsproblem wollte Krankenpflegerin werden. Doch das ist ohne mittlere Reife nicht möglich und alles deutete darauf hin, dass Sarah diesen Abschluss nicht schaffen würde. Schneider zeigte Sarah alternative Berufe auf, die sie auch ohne mittlere Reife erlernen konnte, beispielsweise Krankenpflegehelferin. Nach mehreren Praktika, bei denen Sarah nur gute Bewertungen erhielt, entschied sie sich für diesen Beruf. Sie verließ die Schule und absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Krankenhaus.

„Dass sie von der Schule abging, hat sich als richtige Entscheidung erwiesen – im Krankenhaus konnte sie zeigen, was wirklich in ihr steckte“, sagt Schneider. Auch in Konfliktsituationen mit Ärzten und Schwestern blieb sie diplomatisch, denn sie holte sich bei Schneider immer wieder Rat für ihr Verhalten in heiklen Momenten. Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr half Schneider Sarah dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Wenn die Berufseinstiegsbegleiterin Sarahs ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern heute erzählt, wie gut sich der einst so widerspenstige Teenager in seiner Ausbildung macht, reagieren viele überrascht. „Aus ihr ist doch etwas geworden, und sie kann sehr stolz auf sich sein. Ich bin es jedenfalls“, so Schneider.

Weitere Informationen:

www.bfz.de
www.kojack.de
Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) beim bfz

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